Analogie ist der Kern allen Denkens.
Dies ist die einfache, aber unorthodoxe Prämisse, die der Pulitzer-Preisträger Douglas Hofstadter und der französische Psychologe Emmanuel Sander in ihrem neuen Werk verteidigen. Hofstadter beschäftigt sich seit über dreißig Jahren mit den Geheimnissen des menschlichen Denkens. Nun, mit seinem Markenzeichen, dem Witz und einem besonderen Talent, komplexe Ideen lebendig zu machen, hat er mit Sander zusammengearbeitet, um eine hochgradig neuartige Perspektive auf Kognition zu präsentieren.
Wir sind ständig mit einer swirlenden und sich vermischenden Vielzahl schlecht definierter Situationen konfrontiert. Die Aufgabe unseres Gehirns ist es, zu versuchen, diesen unvorhersehbaren, schwirrenden Chaos von Reizen Sinn zu verleihen. Wie tut es das? Der unaufhörliche Hagel von Eingaben löst eine Fülle von Analogien aus, die uns helfen, das Wesentliche von dem zu erkennen, was vor sich geht. Oft bedeutet dies die spontane Hervorhebung von Wörtern, manchmal Redewendungen und manchmal die Auslösung namenloser, tief vergrabener Erinnerungen.
Warum rief die zweijährige Camille stolz: „Ich habe die Banane ausgezogen!“? Warum plappern Menschen, die eine Geschichte hören, oft: „Genau das Gleiche ist mir passiert!“, obwohl es eine völlig andere Veranstaltung war? Wie erkennen wir einen aggressiven Fahrer auf einen Blick im Rückspiegel? Was in der Bemerkung eines Freundes löst die beiläufige Antwort „Das sind nur saure Trauben“ aus? Was sah Albert Einstein, das ihn vermuten ließ, dass Licht aus Teilchen besteht, als ein Jahrhundert Forschung den letzten Nagel in den Sarg dieser längst toten Idee getrieben hatte?
Die Antwort auf all diese Fragen ist natürlich die Analogiebildung — das Fleisch und die Kartoffeln, das Herz und die Seele, der Treibstoff und das Feuer, das Wesen und das Wesentliche, das Lebenselixier und die Quellen des Denkens. Analogiebildung passiert nicht nur in seltenen Intervallen, sondern geschieht jederzeit, definiert das Denken von Kopf bis Fuß, von den winzigsten und vorübergehensten Gedanken bis hin zu den kreativsten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Wie Gödel, Escher, Bach zuvor wird Oberflächen und Essenzen unser Verständnis unserer eigenen Gedanken zutiefst bereichern. Indem es den Leser in eine außergewöhnliche Vielfalt bunter Situationen mit Sprache, Gedanken und Erinnerungen eintaucht, indem es Stück für Stück die ständig waltenden kognitiven Mechanismen offenbart, die normalerweise völlig verborgen sind, und indem es in ihnen einen zentralen, invarianten Kern entdeckt — die unaufhörliche, unbewusste Suche nach starken analogischen Verbindungen zu vergangenen Erfahrungen — präsentiert dieses Buch eine radikale und zutiefst überraschende neue Vision des Denkens.